2. Quartal 2025

Zölle overloaded

Es ist Sommerzeit - und damit der Moment, um nach dem ersten Halbjahr ein Resümee zu ziehen. Die Börsen in Europa laufen rund. 

Allen voran die deutschen Indizes eilen von einem Rekord zum Nächsten. Das zweite Quartal bestätige damit nur die bereits im Februar einsetzende Entwicklung einer starken Kursrally. 

Im Einklang mit den Börsen und den Kundendepots entwickelten sich auch unsere beiden Publikumsfonds sehr erfreulich:

  • Unser globaler Mischfonds Eichler & Mehlert Balanced Strategie konnte auch im Berichtsquartal mit einem Wertzuwachs von +4,44% erneut deutlich zulegen. Die Performance per 30.06. beläuft sich auf + 7,70%. 
  • Der Rentenfonds Premium Bonds Select erzielte im 2. Quartal eine positive Performance von +1,66% und liegt damit trotz des Anstiegs des längerfristigen Zinsniveaus auch im laufenden Jahr mit einem Zuwachs von +1,57% wieder im Plus.

Schmerzen bereitet die Entwicklung des US-Dollars. Konnten wir im Portfoliomanagement zum großen Teil sehr erfreuliche Performancebeiträge erzielen, so konterkariert der US-Dollar dieses doch deutlich. Mit einer Abwertung von fast 14% hinterlässt diese Negativentwicklung auch Spuren in der Gesamtentwicklung der Vermögen. Insgesamt sind wir trotz dieses Währungseffektes mit der Entwicklung per 30.06. zufrieden. 

Von den Märkten selbst gab und gibt es gar nicht viel Neues zu berichten. Seit Februar dominiert das Zollthema und die brachiale Durchsetzung nationalistischer Interessen die Börsen. Mit der republikanischen Idee, Amerika in ein neues Wirtschaftszeitalter zu führen, wird jenseits des Atlantiks viel Porzellan zerschlagen. Investoren wenden Amerika den Rücken zu und haben Europa neu für sich entdeckt. 

Besonders laut sind momentan Stimmen zu hören, die nach einem klugen Deal Europas mit Amerika rufen. Die Politik sollte stark und schulterbreit auftreten. Dies halten wir für eine Illusion, um nicht zu sagen sogar fast naiv, denn dass sich Amerika wenig offen für Verhandlungen zeigt, sollte man im Umgang mit den USA gelernt haben. 

Ist es also nun die Chance für unseren Kontinent, in der Weltwirtschaft wieder die Bedeutung zu erlangen, die uns gebührt? 

Europa profitiert derzeit stark von der Schwäche Amerikas. Dies darf uns nicht übermütig werden lassen. Die positiven Kapitalströme der Investoren resultieren insbesondere aus dem Misstrauen gegenüber der amerikanischen Administration. Nicht Europa ist auf einmal so stark, sondern Amerika so schwach! Aber diese Gelegenheit muss uns wachrütteln. Und diese sollten wir unbedingt nutzen, an erster Stelle unsere Politik. 

Wir wollen hier nicht wieder sämtliche Krisenherde der Welt auflisten. Diese hören und lesen wir täglich auf allen Kanälen. Wir wollen aber betonen, dass die europäischen Regierungen die Situation in den USA positiv nutzen sollten, um die eigene Position in der Welt - sei es sicherheitspolitisch, aber auch wirtschaftlich - zu stärken. Dafür ist ein konzertiertes Handeln auf allen Ebenen notwendig. 

Wenn man den gesammelten geopolitischen Krisen und Unsicherheiten überhaupt etwas Positives abgewinnen kann, dann die mögliche Besinnung auf eigene Stärken und deren konsequente Umsetzung. Dies wird nicht unfallfrei passieren, auch Europa muss bei Investoren wieder Vertrauen aufbauen. Hier ist Geduld gefordert, eine oft schwer aufzubringende Tugend. 

Und genau hier finden sich dann auch Parallelen zu unserem Portfoliomanagement. Wir werden unsere Strategie der Übergewichtung Europas respektive Deutschlands zunächst beibehalten. Seit Februar haben wir die US-Investitionen deutlich reduziert. Daran halten wir weiterhin fest. Mit einer Quote von im Durchschnitt 15% liegt der US Anteil in den Depots deutlich unter dem Anteil der vergangenen drei Jahre. 

Ein rasches Wiedererstarken des US-Dollars sehen wir nicht. Eine Währung ist auch immer Ausdruck des Vertrauens in einen Wirtschaftsraum, und hier erwarten wir aus Washington kurzfristig keine Richtungsänderung. 

Auf der Aktienseite konzentrieren wir uns seit Monaten auf die Profiteure des deutschen Wachstumspaketes. Damit findet auch die zweite Börsenreihe nach und nach mehr Platz in den Kundendepots. 

Saisonal steht die Sommerzeit vor der Tür und damit die traditionell ruhigste Phase an den Märkten. Vor diesem Hintergrund beginnt damit erfahrungsgemäß die transaktions ärmere Zeit. Mit Start des dritten Quartals werden wir – die Jahresendrally vor Augen - mit Neuengagements frisch in den Markt gehen. 

Wir wünschen allen eine erholsame Ferienzeit und bedanken uns auch an dieser Stelle für ihr großes Vertrauen. 

Düsseldorf, im Juli 2025

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